Kontroverse Debatte um „Django Unchained“

Posted on Januar 8, 2013

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Quentin Tarantino kehrt mit seinem neuen Film ins Kino zurück. Die ersten Reaktionen aus den USA zeigen: Der Kultregisseur ist sich treu geblieben. Denn wie so viele andere Film des Enfant terribles von Hollywood sorgt auch „Django Unchained“ unmittelbar nach seinem Start für Furore. Filme des Regisseurs bieten aufgrund der Tarantino-eigenen Darstellung filmischer Gewalt häufig Stoff für kontroverse Diskussionen. Kein Wunder also, dass auch „Django Unchained“ ins Kreuzfeuer der Kritik gerät. Doch in diesem Falle spaltet nicht nur die Gewaltdarstellung die Gemüter – auch politisch stößt der Film manchen Kritikern auf.

„Django Unchained“ ist ein Western, in dessen Zentrum die Sklaverei im Amerika des 19. Jahrhunderts steht. Bereits dieses Thema sorgt für ausreichend Zündstoff. So kritisiert Regie-Kollege Spike Lee (Inside Man) ein Western sei dem ernsthaften Thema der Sklaverei  nicht angemessen genug:

„“American slavery was not a Sergio Leone Spaghetti Western. It was a holocaust. My ancestors are slaves. Stolen from Africa. I will honor them.“, tweetete Lee (Twitter)

Spike Lee hat Tarantino schon früher kritisiert: Im Falle von Jackie Brown warf der seinem Kollegen vor, das Wort „nigger“ zu häufig zu verwenden.

Andere Kritiker nehmen Bezug auf den jüngsten Amoklauf in den USA und monieren, die im Film dargestellte Gewalt sei angesichts des School Shootings von Sandy Hook ungemessen. In einem Interview mit Terry Gross von National Public Radio (npr) reagierte der Regisseur verärgert auf das wiederholte Insistieren der Journalistin:

„Is it ever less fun, like after the massacre. Do you ever go through a period when you lose your taste for movie violence?“, so Gross.

„Not for me,“ so Tarantinos Antwort und erläutert: „Would I watch a kung fu movie three days after the Sandy Hook massacre? Maybe, because they have nothing to do with each other.“
Nach einer kurzen Pause ergänzt der Regisseur, hörbar verärgert:

„Yea, I’m really annoyed,“ he responds, „I think it’s disrespectful to their memory … the issue is gun control and mental health.“ (Source: NYdailynews)

Der afro-amerikanische Regisseur Antoine Fuqua (Training Day) verteidigt Tarantino indes: Lee hätte Tarantino diese Vorwürfe privat mitteilen sollen, anstatt eine öffentliche Debatte zu eröffnen, so Fuqua. Zu Spike Lees Vorwürfen kommentiert der Regisseur:

„If you set a film in the 1850s, you’re going to hear the word ’nigger,‘ because that’s the way they spoke then, and you’re going to discuss slavery because that was part of the reality […].“ (The Hollywood Reporter

Die hitzige und gerade in den USA so kritische Rasismus-Debatte wirkt sich jedoch nicht auf die Zahlen aus: Zuschauer jeder Hautfarbe – auch Afro-Americans – ströhmen in die Kinos. (Siehe The Hollywood Reporter, African Americans Turn Out in Force). Am US-Eröffnungswochenende (28-30. Dezember 2012) spielt „Django Unchained“ imposante $30,12 Mio. Dollar ein – und landet damit auf Platz 2 hinter „The Hobbit“, der am selben rund $31,9 Mio Dollar einbrachte. (Source: boxofficemojo.com)

Die Deutschland-Premiere von Django Unchained findet heute in Berlin statt. Regisseur Quentin Tarantino stellt seinen Film persönlich vor. Begleitet wird er seinen Hauptdarstellern Jamie Foxx, Christoph Waltz und Samuel L. Jackson.

Bewertungen (Stand 8.1.2013)
Imdb: 8.8/10
Rotten Tomatoes: 94 % (Zuschauerwertung)
Filmstarts.de: 4,0/5

Cast und Crew
Director: Quentin Tarantino
Writer: Quentin TarantinoJamie Foxx – Django
Christoph Waltz – Dr. King Schultz
Leonardo DiCaprio – Calvin Candie
Kerry Washington – Broomhilda
Samuel L. Jackson – Stephen

Reviews von Django Unchained
New York Times
The Hollywood Reporter
Filmstarts.de

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