Kinoreview: Thor – ein echter Kerl von Outer Space

Posted on Mai 5, 2011

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Thor – ein echter Kerl von Outer Space

Das epische Abenteuer „Thor“ verknüpft, was scheinbar keinerlei Gemeinsamkeit hat, denn es verbindet das Marvel Superhelden-Universium und eine gehörige Portion Science Fiction mit  der nordischen Mythologie. Im Zentrum der Geschichte steht „The Mighty Thor“. Thor ist ein machtvoller Krieger, beliebt bei Freunden und Untertanen, feierfreudig und humorvoll, aber er ist auch temperamentvoll und stur. Und so entzündet sein rücksichtloses Verhalten um ein Haar den Krieg mit einem uralten Feind.

Als Strafe verbannt sein Vater, der Allmächtige Odin, Thor auf die Erde, wo der einztige Krieger gezwungen ist, als Mensch unter Menschen zu leben. Doch die Geschichte ist damit nicht vorüber, denn der einst so mächtige Odin-Sohn hat Feinde, von denen er selbst nichts ahnt. Und diese Feinde ruhen nicht…

Branagh ist es perfekt gelungen, sich auf die Stärken der Story zu besinnen, statt ihre Schwächen übermäßig zu betonen. Statt sich kramfhaft um Story zu bemühen, konzentriert sich der Regisseur deshalb lieber auf die wahren Qualitäten eines Superhelden-Films. Entsprechend wartet „Thor“ mit allem auf, was ein warhaft unterhaltsames Heldenepos von Marvel zu bieten hat: Ein starker Held, ein überzeugender Gegenspieler, ein simpler Konflikt, eine charakterliche Veränderung, große Schlachten und bombastische Bilder mit ausreichend Special-Effekten.

Zwar mag die filmische Umsetzung des Marvel-Comics „Thor“ nicht immer ganz perfekt sein und sicherlich sollte man die Story nicht zusehr nach geistige Tiefe suchen. Sicherlich ist das Bemühen um einen angemessenen CGI-Bombast nicht zu übersehen. Doch die donnernde Charm-Offensive, die Branagh und seine Darsteller entfachen, lassen jeden Kritikpunkt verblassen. Denn dieser Film nimmt sich selbst nicht ganz so ernst und das tut ihm gut. Die gesunde Dosis an Ironie und Humor trägt wesentlich dazu bei, dass dieser leicht trashige Superheld trotz aller Überspanntheit überzeugt.

Ein wichtiger Grund, warum das Branagh-Konzept so überzeugend funktioniert, ist die Figur des Thor. Der australische    Schauspieler Chris Hemsworth verkörpert den mächtigen Gott mit dem Hammer als bestechenden Kreuzung aus Naturbursche, Draufgänger und Gentleman-Cassanova. Gerade heraus (Subtilität ist Thor ein Fremdwort) gutaussehend, energisch, tatendurstig und treu zu seinen Gefährten. Der perfekte Wikinger eben. Ein superheldengerechter Körperbau setzt dem sympatischen Gesamtpaket überdies die Krone auf. Weibliche Zuschauer mit einem Faible für wikingerähliche Mannsbilder kommen jedenfalls auf ihre Kosten.

Visuell stechen die Bilder von Asgard hervor: die gigantische CGI-Welt Asgard sorgt für Staunen im Kino: Eine in Bronze- und Goldtönen schimmernde Stadt türmt sich inmitten des Universums auf, an ihren Ausläufern tobt die Brandung eines stürmischen Meeres. Die vom Set-Designer Bo Welch entworfene Welt wird eingefangen von schnellen Kamerafahrten und untermalt von dramatischer Musik.

Interessant ist zudem, wie natlos sich die mythologische Vorlage in das moderne Science Fiction Superhelden-Setting einfügt: Zwar ist Asgard eine Welt von Outer Space, irgendwo im Universum, doch fügt sie sich ihre mythologische Dimension natlos ein in die Superhelden-Welt des Marvel-Universums. Doch es wird wohl die Comic-Vorlage sein, die diesen wilden Genremix zum Funkionieren bringt.

Zuschauer mögen sich deshalb von einer simpel gehaltenen Story, viel Animationspower und geballtem Testesteron-Charme deshalb nicht abschrecken lassen: Thor unterläuft alle Schwächen mit Spaß, Humor, schönen Bildern und jeder Menge Charm und wird so zur perfekten Unterhaltung für kühle Sommernächte.

http://www.film-zeit.de/Film/21799/THOR/Kritik/

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