Hentai & Co.- sind eigentlich alle Animes pervers?

Posted on März 24, 2011

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Ein Streifzug durch die Welt der Animes mit sexuellen Inhalten

Wer sich einmal mit dem Genre Hentai befasst hat begreift, dass sich hinter diesem Begriff eine große Welt verbirgt, die reich an Unterarten, Ausprägungsformen und Genres ist. Doch zu glauben, Hentais ließen sich bequem in die Schmuddelecke verbannen, der täuscht sich. Der erotische Aspekt zieht sich wie ein roter Faden durch die Animewelt und findet sich in verschiedentlichen Formen auch in großen, populären und eigentlich für ein jugendliches Publikum gedachten Serien wieder. Grund genug, sich mit dem Genre näher zu befassen.

Hintergrund

„In Japan tauchten früh Kunstwerke mit erotischem Inhalt auf. Schon während der Blütezeit der Ukiyo-e, der so genannten Edo-Zeit, enthielten die Holzschnitte pornografische Szenen mit oftmals surrealen Elementen.
Die japanische Auffassung von Obszönität unterscheidet sich recht stark von der anderer Kulturen. Selbst Animes für Kinder können unbekleidete Charaktere beinhalten, wie zum Beispiel in Sailor Moon, wo die Figuren während ihrer Verwandlung nackt gezeigt werden. Auch viele Mangaka zeichnen erotische Szenen im Rahmen des Fanservice. Obwohl auch im Westen pornografische Comics und Trickfilme produziert werden, bleibt die Popularität von Hentai bis heute unerreicht. Dies liegt vor allem daran, dass westliche Comiczeichner, die ein Talent für pornografische Inhalte hätten, ihre Produktionen eher auf den Mainstream beschränken. In Japan hingegen gibt es sehr viele Künstler, die sich ausschließlich auf das Zeichnen von Hentai spezialisiert haben. Diese Form der japanischen Kunst wurde vor allem durch das Internet berühmt. Mittlerweile sind sehr viele Internetseiten entstanden, die sich nur der Darstellung von Hentai widmen. Auch Hentai-Dōjinshi zu berühmten Mangas erfreuen sich großer Beliebtheit.“ (Quelle: Wiki)

Shunga – die Geschichte der Hentai

Shunga (春画?) ist eine japanischr Terminus für erotische Kunst. Die meisten Shuga gehören zum Genre der  ukiyo-e, einer speziellen Richtung der japanischen Malerei und  Druckgrafik (illustrierte Bücher, Farb-, und Holzschnitte). Gemälde und Zeichnungen aus der Zeit vor der Ukiyo-e Ära sind selten und wertvoll. Wörtlich übersetzt bedeutet Shnga „Bild des Frühlings“, wobei Frühling ein geläufiger Euphemismus für Geschlechtsverkehr ist. Die gesamte Ukiyo-e Bewegung stand unter dem Vorzeichen der Idealisierung des alltäglichen städtischen Lebens. Der Ästhetik des alltäglichen Lebens folgend bemühten sich die Shunga-Künstler der Edo-Zeit, sexuelle Betätigungsformen in jeder nur erdenklichen Variation und Ausrichtung wiederzugeben. Und in diesem Punkt war die Edo-Periode offensichtlich durchaus freizügig. Denn die Darstellungen erstrecken sich über Heterosexuell und Homosexuell, Alt und Jung und schließen alle möglichen Fetische und sexuellen Phantasien mit ein. Fast alle ukiyoe- Künstler stellen an irgend einem Punkt ihrer Karriere shunga her. Ihrem Ruf als Künstler schadete dies nicht. Shunga kann man deshalb keinesfalls nur  als mittelalterliche Form billiger Pornographie abzutun.

Hentai

Hentai ist die im Westen (Europa, USA) verwendete Bezeichnung für Pornographische Animes und Mangas. Es bedeutet so viel wie „seltsam“ (strange, weird) und kann scheibar auch im Kontext von „pervers“ verwendet werden. Scheinbar werden Pornographische Animes in Japan selbst nicht so bezeichnet. Dort nennt man Sie 18-kin (18-prohibited) oder seijin manga (adult manga). Hentais gibt es vor allem in Form von Animes (meist OVAs) oder Computerspielen. Im Falle der Computerspiele können dies explizit pornographische Computerspiele sein, aber auch harmlosere Dating-Sims, bei denen es darum geht, das Herz (und ggf. das Bett) eines hübschen Mädels zu gewinnen, kann man im weiteren Sinne in diese Kategorie stecken. Dating Sims für Frauen sind weitaus seltener. Wenn bei einem Anime „Hentai“ dabei steht, handelt es sich mit ziemlicher Sicherheit um einen pornographische Anime.


Ecchi

Ein anderer Begriff, der häufig als Genre-Bezeichnung bzw. Charakterisierung des Inhaltes auftaucht ist „ecchi“. Ecchi ist ein japanischer Euphemismus für sexuelle Anspielungen und heißt soviel wie schmutzig, unanständig, frivol. Ein Ecchi-Anime ist aber nicht notwendigerweise ein Porno. Wenn bei einem Anime „ecchi“ dabei steht, heißt das möglicherweise einfach nur, dass sehr kurze Röcke zu sehen sind, Panty-Shots, überdimensionierte Brüste oder einfach nur sexuelle Anspielungen. Ein sehr populäres Beispiel für einen Ecchi-Anime ist Elfen Lied (Beispiel-Bild).

Lolicon

Mit dem Wort Lolicon werden Animes (Mangas oder PC-Spiele) bezeichnet, die minderjährige Mädchen in sexueller Weise darstellen. Das Wort kommt von dem Begriff „Lolitakomplex“. Es ist in Animes durchaus verbreitet, die Tatsache, dass die Akteurin aussieht wie 10 zu umschiffen, indem eine 18-Jährige Hauptfigur sehr kindlich gezeichnet wird oder es sich bei der Figur um eine Fantasy-Figur handelt, bei der eindeutige Altersmerkmale nicht den menschlichen entsprechen. Nichtsdesto trotz handelt es sich in diesen Fällen um Lolicon. Lolicons sind in Japan frei erhältlich. Tatsächlich ist es für Nicht-Anime-Fans manchmal schwer zu unterscheiden, was ein echter Lolicon ist und was nicht, denn der „süße Stil“ (kawaii) bei Frauen und Mädchen ist in Japan äußerst beliebt. Frauen und Mädchen in Shojo-Mangas (Mangas für Mädchen) sehen häufig aus westlicher Warte überdimensioniert süß aus und haben sehr große Augen. Mit einem Lolicon hat das aber nichts zu tun. Der Gothic-Lolita-Stil, der ebenfalls aus Japan stammt, ist zwar vom Lolita-Stil direkt inspiriert, ist aber nicht zwingend als Sexualisierung Minderjähriger zu werten (in meinen Augen). Wie die Rechtslage in Japan genau ist, weiß ich allerdings nichts genaues. Klar ist nur, dass Lolicons (also Mangas, die Kinder oder kindliche Charaktere in sexuellen Zweideutigkeiten zeigen, in Japan legal sind.

Shotacon

Shotacon sind Manga oder Anime, die das Interesse an bzw. die Fixierung auf kleineren Jungen (bis Schätzungsweise 13) thematisieren. Während Wiki behaupten, Shotacon hätten nicht zwingend eine sexuelle Ausrichtung, wird jeder Anime-Kenner sagen können, dass man sich in den einschlägigen Sammlungen oder Datenbanken unter dem Begriff „Shotacon“ fast immer sexuelle Geschichten vorzustellen hat. Und zwar in der Regel aus dem Yaoi bzw. Shounen Ai Bereich.In Japan selbst muss dies aber nicht umbedingt so sein. Denn Shotacon gehört ebenso wie Lolicon zu der in Animes sehr Verbreiteten Begeisterung süße Dinge (bzw. Menschen) (Ausdruck „kawaii„) sowie der Begeisterung für bestimmte Anime-Charakter-Stereotype (dies wird mit moe bezeichnet.). Der Charakter „Honey“ zeigt hier besser als jeder Text, was Shotacon auch sein kann. Abgesehen davon ist die Serie auch noch verdammt lustig und die beste Parodie der Animewelt, die ich kenne.

Moe

Ein Beispiel für moe ist eben die Begeisterung für niedliche kleine freche Jungen, aber auch für Charaktere mit Brillen, für anthropomorphe Charaktere, Bishies (bestimmter Typ hübscher Anime-Männer und so weiter. Ein lustiges Beispiel ist die Begeisterung für weibliche Bedienstete, zu englisch: Maid. Dieses moe geht so weit, dass es in Tokyo wenigstens ein Maid-Cafe gibt, in dem die Kellnerinnen in klassisch angelehnter Dienerinnen-Tracht mit weißer Spitzenschürze herumlaufen. Wer dies nicht versteht (was ziemlich verständlich ist, da dieses Konzept ziemlich schwer nachzuvollziehen ist) dem sei ganz dringend der Anime „Ouran High School Host Club“ ans Herz gelegt. Hier wird wirklich gut erklärt, was es mit moe, kawai, Meganekko (Charaktere mit Brillen) und anderen Merkwürdigkeiten auf sich hat.

Ich glaube, all diese Seltsamkeiten des moe, besonders auch, was Lolicon und Shotacon anbelangt, versteht man am besten, wenn man sich mit dem Begriff „moe“ auseinandersetzt. Denn hinter „moe“, der etwas arg merkwürdig anmutenden Begeisterung für bestimmte stereotype Anime-Charaktere, steckt der Schlüssel zu dem Veständnis, wie es zu solchen seltsamen Genres wie Shotacon oder Lolicon überhaupt kommen kann. Ein weiterer wichtiger Aspekt hierfür ist jedoch zudem das japanische Frauenbild, dass „süß“ in gewissem Rahmen zu einer wichtigen Voraussetzung für eine gutaussehende, sexy junge Frau macht. Den Animes sieht man das an. Anime-Fans sei an dieser Stelle geraten, sich einmal Gedanken über das Bild von Frauen bzw. Teenager-Mädchen in Animes zu machen. Hier kann man sich direkt bei den großen populären Serien wie Naruto (Sakura) umschauen.

Shounen Ai u. Co.

In dem Zusammenhang, sodass auch alle zentralen Anime-Begriffe, die in weiterem Sinne mit sexueller Thematik zu tun haben, hier abgedeckt sind, seien noch folgende Begriffe erwähnt:

Shounen Ai: Selbiges, aber ohne sexuelle Inhalte, sondern schwerpunktmäßig romantisch.

Yuri: FrauxFrau- Liebesgeschichten

Yaoi: Schwule Pornos mit explizit Sexuellem Inhalt, die für explizit für das weibliche Geschlecht geschrieben sind.

Bara: Sexuell-Pornographische oder auch romantische Animes, die tatsächlich für schwule Männer gedacht sind, bezeichnet man als Bara.

Links

Ouran High School Host Club

Elfen Lied

Ein berühmter Tentakel-Hentai:

Urotsukidoji

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